Wieso ich mein Gemüse selber anbaue!

Wieso machst du dir denn die Mühe? Es gibt ja über all Gemüse…..Ich würde sagen man findet Objekte, die aussehen wie Gemüse aber überhaupt keinen Geschmack mehr haben. Durch Züchtung werden der Zuckergehalt, sowie die Lagerfähigkeit zwar gefördert, der Geschmack, die Essenz unserer Nahrungsmittel bleibt aber auf der Strecke. Kein Geschmack, keine Inhaltsstoffe! Erdbeeren haben in den letzten 50 Jahren durch die marktorientierte Züchtung bis zu 80% ihres Vitamin C verloren! Stell dir jetzt mal vor, dass Erdbeeren aus Spanien oder Südamerika, die im Winter zu uns kommen, noch weniger haben. Wahrscheinlich ist die Bilanz sogar negativ und sie entziehen uns sogar noch Vitalstoffe. Dafür gibts Pestizide so quasi als Ersatz dafür. Die Monokultur von Erdbeeren bedarf nämlich ziemlich viel davon. Unsere Lebensmittel sind zu Nahrungsmitteln degradiert und vermögen es nicht mehr, uns zu heilen. Pflanzen, die in unserer direkten Umgebung wachsen jedoch, bilden genau die Substanzen, die wir brauchen um nicht nur gesund zu bleiben, sondern um das Leben mit so richtig viel Energie zu leben und nach den Sternen zu greifen. Auch beim lieben Bauern um die Ecke, bei dem ja alle einkaufen (und niemand zu den Grossisten geht) gibts nicht unbedingt die gesündesten und nachhaltigsten Nahrungsmittel. In der Schweiz sind Bauern trotz der Subventionen in die neoliberale Marktwirtschaft eingebunden und müssen Pflanzen und Tiere in Konkurenz zueinander produzieren (Erwähnung der Pflanzen- und Tierproduktion in fast jeder Nährstoffbilanz).

Exkurs:

Tierische Lebensmittel sollten rein ökologisch, ehtisch und gesundheitlich gar nicht Produkte der Landwirtschaft sein. Sie verbrauchen riesige Flächen im Inn- und Ausland, es gibt keine „HUMANE SCHLACHTUNG“, die Nitrat- und Antibiotikabelastung in Grundwasser und Flüssen wird zwar reguliert, ist aber trotzdem sehr bedenklich und tierische Proteine werden im Körper sauer verstoffwechselt, was ein Millieu für Krankheiten schafft (siehe Kategorie Gesundheit). Ein sich gesund/rohköstlich/pflanzenbasiert ernährender Mensch kann und nimmt genügend Kleinstlebewesen aus Wildkräutern und ungewaschenen Gemüsen zu sich. Es gibt keine reinen Pflanzenfresser, aber die Menschen, die aus den obengenannten (und noch vielen mehr) Gründen tierische Produkte so gut wie es geht vermeiden.

Wieder zurück zum Gemüse. Natürlich sind im Anbau von Gemüse Tiere essentiell. Würmer, Schnecken, die Makrofauna des Bodens allgemein, Vögel, Insekten und viele Andere sind ein Teil des Gartenökosystems und spielen alle ihre Rollen. Die Gärtnerin, der Gärtner schafft den Raum, in dem dieses Orchester des Lebens spielen kann. Mit Liebe und Hingabe wachsen die Pflanzen noch viel besser. Auch Biogemüse, die man (meist plastikverschweisst, aus Gründen des Vertauschens mit konventionellen Produkten) im Supermarkt findet, haben bei Weitem nicht das Heilpotential von selbstangebauten Lebensmitteln.

Die Arten und Sortenvielfalt hat sich auf wenige reduziert, da diese den Wunschvorstellungen der Industrie (in puncto Lager- und Stapelfähigkeit) und auch den „umgewöhnten“ Verbrauchern entsprechen sollen, die dann genau diese Karotten oder jene Tomaten am liebsten kaufen. Dieser Drang zur Perfektion lässt viele „unperfekte Gemüse“ auf dem Abfall und in der Biogasanlage enden. Zwei Beispiele: Früher wurden Tafeläpfel (Obst, das für den Direktverzehr gedacht ist) auf Hochstammbäumen gezüchtet, die Vögeln wie dem Steinkauz, Wendehals, Wiedehopf, Grünspecht und andere Spechte oder Meisen (Quelle: birdlife.ch) ein wichtigen Lebensraum in unserer baumarmen Kulturlandschaft bieten. Heute kommt alles von Niederstammanlagen, da diese einfacher zu pflegen und zu beernten sind. Sie werden in Monokulturen angebaut, die auch im Biobereich mit vielen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssen und bieten weder Vögeln noch Insekten einen Lebensraum. Äpfel, die Schorf oder andere Krankheiten „abwehren“, bilden Abwehrstoffe, die den Geschmack verändern und vielleicht auch für uns Menschen medizinal wirken können. Das zweite Beispiel beschreibt den Wandel der Karotte. Die orange Karotte war nämlich nicht immer orange. Die wilde Karotte (aus der die heutigen Zuchtkarotten entstanden) heisst auf Latein Daucus carota und ist weiss bis dunkelviolett. Die älteren Sorten sind demnach weiss, violett oder gelb und haben (je nach Sorte!) mehr Antioxidantien als die orange Variante. (Hier dazu ein Video von Patrick Strohbach von Rohvegan am Limit: https://www.youtube.com/watch?v=xvBOn6lW714). Die orangen „normalen“ Kartotten sind das erste Mal im 17. Jahrhundert auf einem niederländischen Gemälde von Pieter Aertsen (Frucht- und Gemüsestand) erschienen. Der Legende nach haben Gemüsezüchter die orange Sorte für König Wilhelm von Oranien für seinen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien gezüchtet (diese Geschichte ist ohne Gewähr für historische Genauigkeit).

Aber genau die Sorten, die langsamer Wachsen und resistenter gegen Krankheiten sind, bringen auch ihre Vitalstoffe (z.B. Sesquiterpene) mit und können uns Gesundheit bringen.

Biogemüse kann oft sehr teuer sein und bringt Nährstoff und geschmacksmässig nicht immer das erwünschte. Der Eigenanbau, kann und wird die Ausgaben für Nahrungsmittel vermindern.

Dies alles und meine Liebe zur Natur bewegen mich jedes Jahr meine Hand in die Erde zu stecken und meine Medizin, Körper- und Seelennahrung selber zu kultivieren und nicht einfach zu produzieren.

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