10 wirklich nachhaltige Businessideen für zu Hause (Teil 1: Die Vorstadt)


Es gibt so viele Gärten mit Häusern darauf und Menschen darin. So viel Potential, das einfach (noch) nicht genutzt wird. Vorstädte konsumieren meistens riesige Mengen Energie und Ressourcen. Was aus den Siedlungen wieder herausgeht, sind Berge von Abfällen, Abwässer, Abwärme, Verschmutzung, Lärm und Arbeitskraft –damit hier nicht nur negative Dinge aufgezählt werden. All diese Ressourcen müssen von irgendwoher herangeschafft werden, während die Konsumierenden gleichzeitig irgendwo hingehen müssen, um die Ressourcen, so wie ihre Abfälle von irgendwo nach irgendwohin finanzieren zu können. Von Aussen betrachtet ein Absurdum, das ausserdem noch die Erde kaputt macht.


Doch wie kommen wir aus der Spirale raus? Indem wir die Potentiale einer solchen Vorstadt anzapfen und die Wege ihrer Ressourcen neu planen. Jeder vorstadtbewohnende Mensch kann dabei mithelfen; zudem macht es riesigen Spass!


Das „Garten mit Haus“-System


Die meisten Menschen leben in mitteleuropäischen Vorstätten entweder in Einfamilien oder Mehrfamilienhäusern mit Garten oder Grünfläche. Die Gesamtheit von Grünfläche und Haus bilden ein System; eine kleine Zelle, die wiederum ein Teil einer grösseren ist (bspw. dem Quartier). Der Platz ist oft begrenzt, doch die Bedürfnisse, sprich Nachfrage für Güter sind ebenfalls lokal vorhanden. Ein idealer Boden für eine mögliche Selbstständigkeit oder Teilselbstständigkeit. Gleichzeitig hilft es mit, die massiven Lieferdistanzen und so die Ressourcen der nächsten Generationen zu schonen.
In diesem Beitrag möchte ich dir 10 unkonventionelle Businessideen auf den Weg geben, mit denen man, mit den Ressourcen einer Vorstadt Geld verdienen kann. Ihre Startkosten sind überschaubar und das Leben der ganzen Nachbarschaft wird verbessert. Wir starten mit der Fragen: Wie kann ICH das Leben in meiner Siedlung proaktiv verbessern? Was macht mir Freude?
Möchtest du vielleicht eine:


Reparaturwerkstatt für Laptops, Staubsauger, Kleidung, Toaster oder andere Dinge des täglichen Bedarfs?

Foto: repair-cafe.ch

Es gibt immer mehr Repair Cafés und Nachbarschaftsmanufakturen. Doch ihre Zahl ist noch viel zu klein. Es werden so viele Dinge weggeschmissen, die mit ein wenig Liebe wieder in einen Topzustand gebracht werden könnten. Dabei ist das Reparieren eine sehr wertvolle Dienstleistung und die Menschen der Siedlung müssten nicht ewig danach am anderen Ende der Stadt suchen. Deine Nachbarschaft braucht dich und dein Talent!


Kleinen Bio-Marktgärtenerei für Gemüse und Kräuter (auch Microgreens oder Speisepilze im Keller) gründen,

deren Erzeugnisse du entweder direkt an die Menschen oder an weiterverarbeitende Nachbarschaftsunternehmungen weiterverkaufst. Es gibt keine „zu kleine Flächen“ für eine Gärtnerei. Ausserdem können die Grünabfälle direkt wieder Vorort kompostiert und so der Kreislauf geschlossen werden. Menschen geben eher etwas mehr Geld für Produkte aus, wenn sie selbst sehen, was wirklich dahinter steckt und von wo sie kommen.


Setzlings- und Jungpflanzenproduktion eröffnen.

All das kann auch gut organisiert auf einem Balkon geschehen. Robuste Bio-Setzlinge sind immer sehr gefragt und können gute Gewinne einfahren. Wir haben das auch bei uns auf dem Hof gemacht, doch leider hatten wir damals noch keinen guten Anschluss an unsere Kundschaft.


Tees, Salben und Medizin selber herstellen und diese Produkte direkt verkaufen.

Unter den momentanen Gesetzen der verkehrten Welt musst du die Dinge halt noch kreativ als Fussbad, Genusstee oder anders vermarkten; noch nicht als die Medizin, die sie eigentlich sind.


Überproduktions und Anti-Foodwaste-Küche gründen.

Dort verarbeitest du entweder die ablaufenden Produkte (bsp. reif werdende Bananen, die die meisten Menschen aus unerklärlichem Grund als bedrohlich empfinden) oder die Früchte der lokalen Apfel-, Birnen-, Nussbäume oder auch z.B. Kirschpflaumen, die als Alleebaum gepflanzt wurden; deren Früchte aber niemand erntet. Die hergestellten Produkte könnten z.B. Trockenfrüchte, Fruchtleder, Konfitüren, Nahrungsergänzungsmittel aus „Unkräutern“ als Pulver oder Kapseln, Kräutersalze, Kombucha, Saucen u.s.w. sein. Das Potenzial ist riesig und die Nachfrage nach lokalen Bioprodukten steigt ständig an –das wäre dann Bio+. Für den Verkauf von Gerichten brauchst du eine kommerzielle Küche (etwas das vom Amt für Lebensmittelsicherheit abgenommen wird). Zu Beginn kann man sich irgendwo einmieten.


Eine Saatgutfirma mit lokal-angepasstem Saatgut gründen.

Lokale Genetik ist ein riesiger Vorteil in jedem Garten. Ausserdem bieten blühende Gemüse, Blumen und Kräuter ein Refugium für Menschen UND bestäubende Insekten. Das Saatgut kann an die Setzlingsmanufaktur oder lokale Biomärkte weiterverkauft werden.

Biodüngerproduktion starten.

Wie schon gesagt gibt es so viel Bioabfall und Gartenabraum in Vorstädten, die einfach Vorort verwertet werden können. Es gibt so viele Methoden, aus organischen Abfällen wieder Produkte zu machen: Kompostierung, Bokashi, Wurmkompostierung, Holzkohle, Jauchen und Extrakte, trockene Biodünger aus Kaffeesatz, Kleintierdung (pelletiert oder gehäckselt) oder Dinge wie Laub als Mulchmaterial dosiert oder gehäckselt in Säcke abgefüllt.


Ein Restaurant, dass gesunde und leckere Speisen zubereitet.

Was heute so als „gesund“ beschimpft wird, lässt mich oft schaudern. Ich sehe noch viel zu wenig vollwertig vegane Restaurants, Rohkost Cafès, Wildpflanzentafeln, Smoothiebars oder Suppenküchen mit Gemüsen der Saison. Ich habe mit einer Kollegin das „Antidote“ in Christchurch geleitet. Die BAsis unserer Küche war Rohkost und vegane Vollwertkost.


Energieproduktion zu starten.

Sei es mit Solarstrom vom Dach, Wasserstoff aus der Überproduktion der Solar- und Windkraftanlagen vom Dach oder Biogas aus lokalen Reststoffen. Dazu kommen irgendwann dann auch noch Magnetmotoren und Nullpunktenergiemaschinen, über die ich leider nicht schreiben darf..:-)


Nachbarschaftsschule gründen.

Auch das braucht ein Konzept und viel Kompetenz! Dennoch ist die Nachfrage in den letzten zwei Jahren stark gestiegen.


Das sind nur einige Ansätze, die man machen könnte. Deine Umgebung braucht kreative, mutige Menschen wie dich! Hast du noch Ideen, was man sonst noch alles in den Vorstätten gründen könnte? Deine Ideen helfen der ganzen Community

Übrigens:

Diese Beiträge zu schreiben braucht viele Stunden der Recherche, des Schreibens und der Überarbeitung. Damit diese Arbeit auch in Zukunft kostenlos zur Verfügung steht, bin ich als freier Autor auf deine Unterstützung angewiesen. Wenn dir mein Content gefällt und du ihn auch in Zukunft gerne lesen willst, dann würde ich mich über eine finanzielle Wertschätzung sehr freuen. Du wählst, wie viel es dir wert ist.

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Titelbild: Bei uns im Garten von Alina (Magazin: Freude am Garten)

5 Kommentare zu „10 wirklich nachhaltige Businessideen für zu Hause (Teil 1: Die Vorstadt)

  1. Erdwandler Joscha 18. Juli 2022 — 15:31

    Wohnst du in einer Vorstadt? Was würde bei dir in der Nachbarschaft funktionieren? Was sollte im Teil 2 auf keinen Fall fehlen? Dein Tipp interessiert uns alle!

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    1. Birgit Amsler 19. Juli 2022 — 11:13

      Danke!
      Mich beschäftigen immer wieder die kleinen unbepflanzten Dächer, die nichts desto trotz so viel Hitze abstrahlen- und früher doch Grünfläche waren!
      Ich habe gehört, dass Flachdächer ab 12 qm entweder begrünt oder mit Solarpanels bestückt werden müssen.
      Die genaue Ausführung des Gesetzes kenne ich nicht.
      Es wäre toll, wenn jemand ein Projekt zur Aufklärung und freiwilligen Begrünung in den Gemeinden starten würde. (Ich kann es nicht, sonst würde ich.)
      Selbst wenn ein z.B. Garagendach aufgrund der Bauweise nicht viel tragen kann, könnte z.B. wieder Efeu hochranken.
      Danke fürs lesen🌱🍀

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      1. Liebe Birgit
        Diese Aufgabe übernehmen schon ein paar Menschen und es werden immer mehr. Da fällt mir die Doku „Grün kaputt“ von Dieter Wiesland von 1983 ein. Wie er sich mit köstlichem Humor über die groteske Hässlichkeit von „nackten Gebäuden“ beschwert…. Wenn die Menschen es nur ausprobieren würden….ein bewachsenes Haus ist einfach herrlich! Gruss Joscha

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  2. Hans-Peter Syben 19. Juli 2022 — 12:18

    Ein guter Beitrag lieber Joscha!
    Wir sind da ganz auf einer Linie der Anschauungen und Überzeugungen.
    Ich betreibe als „Überzeugungstäter“Pionierarbeit der Permakultur seit meinem 16 Lebensjahr ( bin nun 66) und habe Jahrzehnte auf Menschen wie dich gehofft.
    Zur Zeit betreibe ich noch einen Klima – Natur – Artenschutzgarten auf 12 Hektar Fläche in Deutschland (Rheinland-Pfalz auf der Sickinger Höhe) und betreue (designe) verschiedene Permakultur Projekte weltweit.
    Herzliche 💞 Grüße
    Peter

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    1. Lieber Hans-Peter
      Vielen Dank für diesen tollen Kommentar, ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich warte ebenfalls auf noch mehr Mitmenschen (auch schon einige Jahre). Aber mein Instinkt sagt mir immer wieder, dass ich mich, wo auch immer ich bin (meistens in einem kleineren Dorf) tot warten werde. Die Schweiz ist auf dem Lande halt immer noch eine Traditionswüste. Ich versuche mit dem Begriff „Businessideen“ auch Menschen zu erreichen, die noch ganz anders denken; ich weiss, dass es immer einen Samen setzt.

      Deshalb muss ich „meine Leute“ jeden Tag aktiv suchen; nicht jeder der sich für Permakultur interessiert, ist bereit sein Leben komplett zu ändern und sofort progressiv an der Zukunft mitzugestalten. Aber mittlerweile bin ich mit einem Netzwerk aktiver Herzensmenschen gesegnet, die nicht nur Labern, sondern Erschaffen. Wie kann ich mehr über dein(e) Projekt(e) herausfinden? Herzliche Grüsse auch an dich

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