Heimische Heilpilze — und wie man sie findet

 

Ohne Pilze wäre ein Leben auf dieser Erde nicht möglich….wurde schon so oft gesagt. Sie sind diejenigen, die Informationen über Kilometer transportieren, die scheinbaren Abfall aus der Natur wieder in fruchtbaren Boden verwandeln und jene Wesen, deren Heilkräfte schon seit Urzeiten uns Menschen geholfen haben. Pilze sind die Heiler, das Antibiotikum, die Verwerter, das Kommunikationsnetzwerk, Textilressource, Krebsmedizin und mystische Lehrer. Ich musste am anderen Ende der Welt leben, um von Maoriheilern, den Tohunga (bedeutet nicht «nur» Heiler), zu lernen, dass man Pilze auch zur Heilung von psychischen «Erkrankungen» verwenden kann und verwendet hat. Pilze sind aber nicht nur in Pfannen und für den ein oder anderen Trip im Trend. Was Ötzi damals wusste, wird heute trendy als Vitalpilz vermarktet. Da kommt viel altes Wissen hoch. Zurecht?

Liebe Leser dieses Blogs

Ich bin ganz aus dem Häuschen, wenn ich mir vorstelle, was Pilze alles können. Schon als kleines Kind ging ich ihre verschiedensten Fruchtkörper sammeln (es wahren natürlich nicht alle essbar), habe sie hundertfach gemalt und konnte einfach nicht genug von ihrer unglaublichen Schönheit bekommen; ich glaub ich bin mykophil. Seit etwa 2 Jahren beschäftige ich mich zusätzlich zu den Heilpflanzen auch mit Heilpilzen und möchte diese Begeisterung heute mit dir teilen.

Vitalpilze als Kassenschlager

Cordyceps, Reishi und Co. sind schwer im Kommen. Ihre Heilkräfte wirken bei Krebs, Diabetes und den vielen anderen Volkskrankheiten der westlichen Welt; sie sind so gefragt wie schon lange nicht mehr. Ein Blick nach Osten, zu der Urmedizin der Chinesen und Japaner scheint verlockend. In Asien ging das Wissen der heilenden Pilze nicht verloren und ist bis heute ein fester Bestandteil der Kultur. Ich spreche leider kein Mandarin, Kantonesisch oder Japanisch, doch weiss ich von einigen Lobhymnen/Gedichten/Haikus über verschiedenen Pilzarten.

Beispiel Cordyceps: Ein Pilz der aus toten Raupen wächst wird in Goldgräbermanier auf den Bergwiesen Tibets gesucht. Er wirkt gegen Diabetes, soll die ATP-Produktion (das biochemische Energiemolekül in unserem Körper) steigern, gegen verschiedene Tumore wirken und noch dazu stark entzündungshemmend wirken. Kein Wunder, dass der Raupenpilz mit ca. 30`000 CHF/ 27`700 Euro nahe an der Preisklasse der aller edelsten und teuersten weissen Trüffel liegt.

Auch Reishi (Genoderma lucidum) ist sehr gefragt und wird immer öfter über den Ladentisch gereicht (erfahre mehr unter dem Titel Reishi).

Es muss nicht immer exotisch sein

Obwohl die traditionelle chinesische Medizin so einiges auf, bzw. im Medizinkasten hat, brauchen wir gar nicht soweit gen Osten zu blicken, um Medizinalpilze zu finden. Wir haben unzählige heimische Arten, die den «asiatischen» Pilzen in nichts nachstehen. Viele der «asiatischen» Arten —wie der Reishi, Enoki, Mu err— kommen auch bei uns vor. Sie heissen hierzulande einfach Glänzender Lackporling, Samptfussrüpling und Judasohr.

In Asien wurden sie in den letzten Jahrhunderten nur mehr von der Gesellschaft geschätzt. Das war aber nicht immer so. Ötzi nutzte zum Beispiel einen der mächtigsten Heilpilze unserer Gefilde, den Birkenporling (dazu aber später mehr). Ein Beweis, das auch in Europa ihre Heilkräfte genutzt wurden.

Pilze sind Teil unserer Kultur und das Wissen um ihre Anwendung ein Bestandteil indoeuropäischer Völker. Einiges Wissen hat sich sogar in unsere heutigen Gebräuche eingeschlichen; habt ihr euch jemals gefragt, warum man Fliegenpilze an Weihenachten an den Baum hängt. Ein Giftpilz am Fest der Liebe????

Viele Pilze haben neben einem kulinarischen Wert noch mächtige Heilkräfte; der Austernseitling und sogar der Zuchtchampignon sind nur zwei Beispiele. Die Pilzrahmpfanne ist nicht die einzige Form ihrer Anwendung! Nur irgendwann ist was schiefgelaufen. Schnitzel zum Beispiel, macht man eigentlich aus grossen Austernseitlingen und nicht aus dem minderwertigeren und ethisch fraglichen Pilzersatzprodukt, dem Kalbsfleisch….noch nicht gewusst?

In unseren Wäldern und auf den Wiesen wachsen Judasohren, Austernseitlinge (Winter- und Sommerform), Lungenseitlinge, Schwefelporling, Samtfussrüpling (auch im Winter zu finden), Riesenboviste, Schopftinlinge, Parasolpilze, Wiesenchampignons und sogar die Hallimaschs, die alle extrem lecker schmecken und relativ einfach zu bestimmen sind. Doch auch an umgefallenen Bäumen wächst Medizin (die sich aufgrund ihrer Konsistenz und dem oft bitteren Geschmack nicht für eine Tavolata eignen). Sie werden zu oft als Baumschädlinge verschrien und werden bekämpft. Man schützt und ehrt halt nur, was man kennt und schätzt.

Baumstammmedizin sind z.B. Birkenporling, wulstiger-, flacher- rotrandiger Porling, Igelstachelbart, der glänzende Lackporling (der eben auf exotisch Reishi heisst), Zunderschwamm, Fichtenporling, Eichhase, Eichwirrling, die berühmte Schmetterlingstramete und der sagenumwobene Chagapilz (vor allem an Birken in Nordeuropa).

Für die einen ein Schädling, für die anderen ein sehr gutes Geschäft

Ich kenne eine Thailänderin, die schon sehr lange in der Schweiz lebt und die hier gesammelten Pilze in ihr Geburtsland verkauft. Während viele Baumpfleger und Förster über den wulstigen oder flachen Lackporling als Baumschädling schimpfen, verkauft sie ihn für gutes Geld. Das erinnert mich an die Geschichte, die ich einmal in einem Video mit Bill Mollison hörte: Er erzählte, dass ein Mann in Melbourne entdeckte, dass die Früchte der Edelkastanien, die in seiner Stadt- als Park und Alleebäume gepflanzt wurden, eigentlich ziemlich wertvoll sind. Sie wurden vorher meist einfach weggerecht und entsorgt. So bezahlte er zuerst seinen Kindern ein Taschengeld, damit sie die braunen Früchte sammelten (was sie sowieso gerne machten) und verkaufte sie an eine Italienergemeinschaft in Sydney. Die konnten nicht genug von ihren heissgeliebten Castagne bekommen, die so fern ihrer Heimat in Bella Italia als Delikatesse gelten. So stellte er immer mehr Menschen fürs Sammeln an und verdiente richtig gutes Geld.

Ich sage nicht, dass wir unsere schon sehr gebeutelten Wälder nochmehr kommerzialisieren sollten; mir geht es mehr um die Wertschätzung und das Wissen der Schätze vor unserer Haustür.

Wo wir gerade beim flachen Lackporling waren. Er, der wulstigen Lackporling (Ganoderma adspersum), der rotrandigen Fichtenporling und die Schmettelingstramete sind meine häufigeren Funde in den Mischwäldern unter 1000 m.ü.M.. In den USA zahlen Käufer für Wildsammlungen zwischen 12 – 65 Dollar (10 – 54 Euro) pro 450 Gramm (TNA,USA) für einen wildgesammelten flachen Lackporling. Ich finde sie kiloweise.

Auch die Schmetterlingstramete (44 Euro/Pfund aus der Zucht) wachsen mir entgegen. Nicht zu schweigen von den Zunderschwämmen.

Mushroom goes Mainstream

Dank Büchern wie „Mycelium running“ des Amerikaners Paul Stamets (der sich ebenfalls vielfach auf die europäische Pilzkultur bezieht) tritt das Wissen um die Heilpilze wieder ins Alltagsbewusstsein. Vom grauen Pilzlein zum Schroomingstar, quasi. Aber Schwamm drüber….essentielle Pilzwortwitze: abgehakt.

Vitalpilze werden immer beliebter und immer mehr Vitalpilzverkäufer, nun ja, schiessen wie die Pilze aus dem Boden. Natural Supplements sind inn. Davon unzählige inn…meinem Medizinschrank. Ich freue mich über die Renaissance unseres Jahrtausende alten Erbes.

Zurzeit ist heisst es noch Highstreet, doch auch immer mehr Highwoods. Die Menschen der westlichen Welt erkennen langsam wieder, dass alles was sie brauchen, in und in ihrem direkten Umfeld vorkommt. Sogar in Städten finde ich Vitalpilze! Man kann nirgendwo wohnen und nicht von ihnen beschenkt werden…

Mit dem Erwachen eines Marktes im reichen Westen, werden vermehrt Studien zu den verschiedenen Arten gemacht. Studien, die wichtig für die Akzeptanz natürlicher Heilmittel sind.

Heimische Heilpilze und wie man sie findet

«Jedem Pilzchen sein Pläsierchen», wie ein altes Sprichwort sagt (oder so ähnlich 😊). Jede Pilzart hat ihr Refugium und die Jahreszeit, in dem sie ihre Fruchtkörper ausbildet. Einige Arten erscheinen gleich zuhauf, scheinbar über Nacht. Man nennt das im Neogermanischen einen Flush (so wie z.B. der first flush bei der Teeernte).  Denn der eigentliche Pilz besteht aus vielen Fäden, den Hyphen, die sich z.T. über mehrere Quadratkilometer ausbreiten und in ihrer Gesamtheit den unterirdischen Teil des Pilzes —das Myzelium— bilden. Einige Vertreter des Pilzreichs bilden die grössten Lebewesen der Erde; nur so als Fung-Fact (badumm psch!). Ich werde mich hier auf die Fruchtkörper einiger Arten beschränken, nur um alles unter einen Hut zu bringen (noch einer😊). Wie mit den Heilpflanzen und Wildgemüsen empfehle ich, mit einigen wenigen Arten anzufangen, diese richtig gut bestimmen zu können und erst dann andere Arten an deinen Familienmitgliedern auszuprobieren. Es gibt viele gute Taschenpilzführer. Grob teile ich nun die Lebensräume in Wald und Wiese ein, um einen Überblick zu bekommen.

Wald

Zum grossen Glück vieler Arten, werden in der Schweiz, in den letzten Jahren wieder tote Bäume stehen oder liegengelassen. Tote Buchen z.B. fördern nicht nur den stark bedrohten Alpenbock und andere Holzkäfer, sondern sind auch ein Leckerbissen für Austernseitlinge, Lungenseitlinge, Schmetterlingstrameten und viele weitere pilzige Heiler. Sie wachsen auf und in den Stämmen.

Auch kleinflächige Rodungen sind nicht immer schlecht. Denn nach Rodungen erreicht das lebensspendende Licht wieder ganzjährig den Waldboden und lässt den Pionierbaum Holunder keimen und gedeihen. Die Jungbuchen wachsen daraufhin wieder rasant in die Höhe und beschatten die, bereits stattlichen Gehölze, die das gar nicht mögen und schwächeln. Auf den Hollergreisen wachsen dann Judasohren, ein Heilpilz mit hoher kulinarischer und medizinaler Qualität. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung ist immer eine Win-Win-Situation.

Trametes versicolor: Ein wunderschöner Pilz. Mit seinen vielen Farben und Ringen sieht er genau so aus, wie sein englischer Name Turkey tail ihn beschreibt. Der Trutenschwanzpilz wächst ab August zuhauf an Baumstümpfen von Laubhölzern. Speziell an Buchen, Eichen, Pappeln und manchmal an Birken. Er ist laut Literatur (pilz123) ein Folgezersetzer. Das erklärt, warum ich ihn auf einem, mit Austernseitlingen beimpften Buchenstamm fand, der im zweiten Jahr statt Seitlingen, Trameten wachsen liess (tolle Sache).

Ich, nachdem ich die Schmetterlingstrameten am besagten Buchenstamm fand!

Aussehen: Sein Fruchtkörper ist fächerförmig und dünn. Auf seiner Oberseite findet man mehrere konzentrische Ringe in bräunlicher, weislicher, schwarz-bläulicher (ein Hauptmerkmal) und rötlicher Farbe. Die Unterseite ist weiss und hat Poren.

Geruch und Geschmack: Angenehm mild pilzig (man verwendet ihn gelegentlich roh als Waldkaugummi).

Verwechslungspartner: Er wird unteranderem oft mit dem, ebenfalls ungiftigen angebrannten Rauchporling (Bjerkandera adusta) verwechselt. Auf dem oben beschriebenen Stamm wächst er gleich neben der Schmetterlingstramete.

Heilwirkungen: Die Schmetterlingstramete sorgt seit einigen Jahren als Antikrebspilz für Furore. Sie bildet im Speziellen zwei Beta-Glucane (Polysaccaride), die bewiesenermassen Krebszellen bekämpfen (für alle Interessierten gibt`s auf Pubmed spannede Studien dazu). Ausserdem werden die, bei einer Infektion übrig gebliebenen weissen Blutkörperchen regeneriert und T-Zellen, Makrophagen und weitere Killerzellen stimuliert. Wenn das der Coronaausschuss wüsste… oder die vielen Onkologinnen und Onkologen…vielleicht sogar unterdrücken???

Pleurotus osreatus: Das Kalbfleisch des Waldes, wie er oft genannt wird, wächst auf Laubholz (speziell Buche) und im Supermarkt. Seine grossen, austernförmigen Fruchtkörper findet man klassischerweise im Winter. Es gibt aber auch Sommerformen. Meiner Erfahrung nach kommen die Pilze meist in Massen an einem Baumstamm vor. Diese „Schnitzel des bois“ können vor allem in jenen Buchenwäldern gefunden werden, in denen der Förster Totholz duldet. Er wird aber meistens gezüchtet und man findet ihn, neben seinen Champignonkollegen in Verkaufsregalen. Dort kann sie wirklich jeder finden!

Seine Supermarktform ist oft bläulicher (Taubenblauer Austernseitling) als die Wildform.

Aussehen: Der Hut kann einen Durchmesser von bis zu 17 cm haben und ist silbergrau und muschelförmig auf einem kurzen, dicken, weissen Stiel wachsend. Er hat weisse (später gelbliche) herablaufende Lamellen. Schnappt euch doch mal einen im Supermarkt und schaut ihn euch genau an.

Geruch und Geschmack: Der Geruch ist würzig/pilzig mit leicht fruchtigen Noten. Sein Geschmack ist mild und wird manchmal roh als blutzersetzend beschrieben, da er Hämolysine enthält. Was zunächst etwas ekelig klingt ist auch roh tatsächlich ein Hochgenuss. Er erinnert in der konsistenz tatsächlich an Kalbsfleisch.

Meine Fundorte: Neben seinem Bruder, dem Lungenseitling finde ich ihn in letzter Zeit ziemlich häufig an den Baumstämmen meines Vertrauens. Die Orte, die Pilzfreunde immer wieder aufsuchen und niemand anderem davon erzählen. Mitte November, nach einer sternenklaren Nacht, konnte ich sie bis in 4.5 Metern Höhe, mit der Leiter in bereits gefrorenem Zustand ernten; wie praktisch!

Fomitopsis betulina: Schon sind wir bei einem der potentesten Heilpilze unserer Wälder. Birkenporlinge wachsen, wer hätte es gedacht, auf Birken. Bei uns in der Region werden jene Bäume sehr sorgsam weggepflegt. Angeblich sind diese Bäume das Unkraut der Wälder. Der Birkenporling wächst aber halt vor allem auf den Stämmen der Birke. Dieser Porling war schon vor 5000 Jahren ein Verkaufsschlager. Man fand einen Birkenporling im Gepäck der Gletschermumie Ötzi, der ihn höchstwahrscheinlich seiner Heilwirkung wegen mitnahm. Der Pilz ist ein echter Tausendsassa der Medizin. Er wirkt antibiotisch, ANTIVIRAL, wurmtreibend z.B. gegen Peitschenwürmer), bekämpft Tumore im Magen-Darmtrakt, stabilisiert den Hormonhaushalt (Frauen und Männer), wirkt blutstillend (und gegen Wundinfektionen, dank seiner antibakteriellen Wirkung). Auch die Lunge liebt den Birkenschwamm; er hilft gegen Asthma, Bronchitis und Erkältungensymptome der Lunge. Ich sage nur Coooorooona!

Zudem ist er ein starkes Adaptogen (dazu wird es noch einen Beitrag geben) und ein Meister im Puffern von freien Radikalen. Amen. Was für ein Segen dieser Pilz doch ist!

Aussehen: Er ist ein etwas weicherer Porling mit hellbrauner, glatter Oberfläche  (sieht etwas wie gespanntes Kalbsleder aus) und statt Lamellen sind weisse Poren auf der Unterseite zu finden. Er ist ein echter Winterpilz und kann von November – März gesammelt werden. Er wächst konsolenförmig und ist, im Jungstadium, ein eher weicher Porling (verglichen zu den steinharten rotrandigen, wulstigen und glatten Porlingsarten. Der Teil, mit dem er am Stamm wächst, ist stielartig verschmälert.

Geruch und Geschmack: Sowohl Geruch als auch der Geschmack ist säuerlich. Er ist weniger bitter wie z.B. die obengenannten, anderen Porlingsarten.

Verwechslungsgefahr: Mit dem Feuerschwamm und mit anderen Porlingsarten.

Fomes fomentarius:Das gibt Zunder für neue Diskussionen oder Beiträge! Der Zunder ist ein Wunder. Auch er wird schon seit Jahrtausenden verwendet. Wie die umgangssprachliche Verwendung verrät, wurde Zunder als Feuerstarter verwendet. Nachdem man das Trama freigelegt hat, es in Aschewasser gekocht, wieder getrocknet und zu lumpen gezupft hat, löst jeder Funke auf ihm ein Glimmen aus. Jenes Glimmen, das Jahrtausende für Wärme und Herdfeuer in den indoeuropäischen Siedlungen sorgte.

Zunderschwämme können noch mehr. Wer denkt, das veganes Leder eine Erfindung der Neuzeit ist, der irrt gewaltig. Früher machte man aus Zunderschwämmen auch schon Lederartikel. Hüte, Teile von Sätteln und andere Gebrauchsgegenstände wurden und werden noch aus dem Pilzleder hergestellt. Die Zunft nennt man Zundlerei. Wie bei den meisten Handwerkskünsten ist die Produktion in der Schweiz viel zu teuer und nur noch wenige beschäftigen sich damit. In Rumänien soll die Zunderkultur noch weitverbreitet sein. Wisst ihr etwas darüber?

Medizinal ist der Zunderschwamm ebenfalls ein echtes Leuchtfeuer. Er stillt Blutungen jeder Art, hemmt Entzündungen,  wird in China zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs und Magenkrebs verwendet, ist antiviral und antibiotisch, wird in Europa gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt, und hilft bei Gastritis, Blasenentzündungen und sogar bei Menstruationsbeschwerden. Des weiteren schützt er die Leber, hilft bei Wechseljahrsbeschwerden, wirkt präventiv bei Arteriosklerose, stimuliert die Produktion des Nervenschutzfaktors (NGF) und ist, wie der Birkenporling ein krasses Adaptogen.

Aussehen 5-20cm grosse Fruchtkörper (ich habe einen mit 42cm gefunden) ist leder- orangbraun und hat verschiedene Röhrenschichten (gut zu sehen, wenn man ihn ausseinanderschneidet). An der Anwuchsstelle ist er graubraun und insgesamt von eher kugelförmigem Antlitz. Es ist praktisch kein Stiel zu sehen. Der Fruchtkörper ist hart und korkig. Man könnte jemanden erschlagen damit…Er wächst in Laubwäldern und liebt die Rotbuche (auch deshalb ist Totholz im Wald wichtig).

Ein etwas grösseres Exemplar..

Geruch und Geschmack: Der Geruch ist pilzig und der Geschmack eher neutral bis etwas bitter. Als Speisepilz ist er nicht zu gebrauchen. Der Zunderschwamm ist beim Kauen so zart wie ein Autoreifen.

Meine Fundorte: Ich finde ihn häufiger an schattigen Nordhängen auf umgestürzten Rotbuchen. Manchmal sieht man den Fruchtkörper, einfach um 90° verschoben weiterwachsen, da der Wirtsbaum einfach umfiel und die kostbaren Sporen vor Regen geschützt werden müssen. Auch in Bachtälern, die nicht von der Landwirtschaft überdüngt wurden, ist er oft zu finden. Wenn es kühl, feucht und buchenreich ist, dann kann das ein toller Fundort für den Zunderschwamm sein. Laut verschiedenen Onlineartikeln gab es in den letzten Jahren immer wieder Betrugsfälle um den Zunderschwamm. Ich sammle ihn mir deshalb lieber selbst.

Anwendung: Ich schneide ihn (nicht so einfach) in Streifen und trockne ihn auf der Heizung. Danach kann man ein Extrakt daraus machen. Entweder einen Tee oder einen Dekokt (lange im Wasser ausgekocht), denn man dann nach belieben aufkonzentrieren kann. Die Streifen zu Pulver zu zermahlen ist ebenfalls möglich, wenn das Pulver nachher luftdicht aufbewahrt wird (wegen der Oxidation). Ich zögere immer mit Alkoholauszügen bei Pilzen, da Alkohol mit einigen Arten giftige Nebenwirkungen (bsp. Schopftintling) hervorbringen kann. Wasser ist immer noch das Lösungsmittel meiner Wahl bei Heilpilzen.

Glänzender Lackporling/Ganoderma lucidum: Der mit Abstand bekannteste Vitalpilz. Denkst du Vitalpilz, denkst du Reishi. In China wird er massenweise angebaut. Das man ihn auch in heimischen Wäldern finden kann, wissen nur wenige. Wenn du diesen Beitrag teilst, können noch viel mehr Menschen davon erfahren! Danke dir!

Aussehen: Wie der deutsche Name bereits verrät, hat der Reishi eine Lackschicht (sieht wie Schellack aus und schmiltzt mit einer Feuerzeugflamme) auf seinem Hut. Das Exemplar auf dem Foto ist schon alt und erstrahlt nicht mehr in den orangenen, rotbraunen Tönen (einfach mal googlen). Sehr markant ist der Stiel, auf dem er sitzt, was für konsolenförmige Baumpilze selten ist. Manchmal ist er auch ungestielt.

Geruch und Geschmack: Etwas pilzig, neutral.

Meine Fundorte: Ich habe ihn bisher nur einmal wild gefunden; nachdem ich zwei Jahre danach suchte. Mein Fundort ist ein Eichenstumpf. Laut Literatur kommt er auf diesen Bäumen und auf Buchen am meisten vor, seltener auf Nadelholz. Er ist in unserer Gegend wirklich extrem selten und auch passionierte Pilzsammler aus meinem Freundeskreis haben ihn auch nur ein bis zweimal gesehen. Es soll aber Regionen mit sehr vielen Reishis geben….

Anwendung: Ich könnte hier ein Buch über die Heilwirkung des Reishi schreiben. Kaum ein Pilz ist so gut untersucht. Er wird bei und nach Krebstherapien begleitend eingesetzt, bei Transplantationen. Er hilft bei Nervenschwäche, Schwindel, Magengeschwüre, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Arthritis, Allergien und Asthma, Leberzirrhose, Hepatitis A, B, C (antifibrotisch, antientzündlich), Herz-Kreislaufproblemen, Übergewicht, Muskelerkrankungen. Präventiv oder begleitend bei chronisch-entzündlicher Erkrankung der Niere, Magen, Milz, Leber, Lunge und Herz. Wirkt schleimlösend, entzündungshemmend z.B. gegen Helicobacter pylori, giftausscheidend. Beruhigt den Geist und Sinn. Ausserdem ist er ein potentes Tonikum. Say whaaat?

Je nach Quelle ist er einer der ersten Heilpilze, der kultiviert wurden. Die Japaner sind da ganz weit vorne, mit dem Enoki; in Anwendung, Zucht und Kulinarik. Der gelb bis ziegelrote Heilpilz kommt auch bei uns vor. Er ist ein richtiger Winterpilz und kann aufgrund seiner Farbe im graubraunen Winterwald gut gesehen werden.

Aussehen: Der Samtfussrübling hat tatsächlich ein samtig-schwarzen Strumpf am Fuss, was ihn von seinen Doppelgängern — den Schwefelköpfe, Stockschwämmchen und vor allem der Gifthäubling (sehr giftig!!!) — unterscheidet. Der graublätterige Schwefelkopf und das Stockschwämmchen sind gute Speisepilze.Nur die grünblättrigen, die ziegelroten Schwefelköpfe und den Gifthäupling solltet ihr richtig gut erkennen können. Der Samptfussrübling wird tendenziell grösser als die Schwefelköpfe (bis auf den ziegelroten) und hat KEINE silbrigen Fäden entlang seines Stiels. Die Lamellen sind weiss bis hellgelb (unterschied zu den Schwefelköpfen), ausgebuchtet und am Stiel angewachsen.

Anwendung: Er ist ein Booster fürs Immunsystem (falls irgendwann mal ein Virus aufkommen könnte), blutdruck- und blutzuckersenkend und wirkt positiv auf die Regulierung der Blutfettwerte Wenn ihr Probleme damit habt, lege ich euch echt eine vollwertig, vegane Ernährung ans Herzen. Der Enoki kann euch dann noch zusätzlich unterstützen, wenn ihr ihn gekocht im Salat esst. Er schmeckt wirklich lecker!

Geschmack und Geruch: Angenehm pilzig

Meine Fundorte: Er kommt meistens Büschelweise auf weichem Laubholz (Weide, Erle) aber auch an härteren Hölzern vor. Ich habe ihn bei uns vor allem an Ahorn und an Weiden gefunden. In japanischen Feinkostläden kommt er ebenfalls häufiger vor.

Ganoderma applanatum: Auch er soll ein toller Heiler sein und ähnlich wie der Reishi wirken, ist aber noch nicht so gut untersucht. Ihn finde ich um einiges häufiger als seinen glänzenden Kollegen. Auch der wulstige Lackporling könnte heiltechnisch in diese Richtung gehen. Nimm einfach, was bei dir wächst; alle drei werden als Heilpilze bezeichnet.

Aussehen: Kein Pilz sieht für mich so sehr nach, auf einem Teller ausgekippter dunkler Schokoladensauce aus, wie dieser Lackporling. Sogar die Sporen sehen aus wie Kacaopulver. Die Unterseite ist mit weissen Poren überzogen; wer hätt`s gedacht bei einem Porling. Das Spezielle bei diesem Pilz: Man kann mit dem Fingernagel auf den Poren Bilder malen, da jeder Strich direkt braun wird. Deshalb nennen ihn die Engländer auch Artist`s Conk. Im Internetz gibt es tolle Kunstwerke, die so in die Porenschicht gezeichnet wurden.

Geschmack: Nicht nach Schokolade! Eher pilzig. zäh und bitter.

Meine Fundorte: Ich finde ihn in frischer Form von August-Ende Oktober an Laubgehölzen.

Fomitopsis pinicola:Ein ganz besonderer Pilz. Ich werde noch ein Video dazu auf unseren Youtubekanal stellen. Wir bedanken uns für ein Abo..

Weide und Wiese

Im Gegensatz zu ihren Kollegen im Wald, lieben Wiesenpilze stickstoffreiche Böden. Sie wachsen dort wo andere kacken. Klingt nicht so appetitlich. Doch auch die Supermarktchampignons werden auf Pferdemist angebaut. Wie in der Zucht, werden auf der Weide die Ausscheidungen zusammen mit Blättern und Grashalmen kompostiert und dann erst wachsen die Pilzarten, die ich euch unten vorstelle. Auch intensiv genutzte Wiesen bringen tolle Pilze hervor.  Die Wiese sollte aber ungepflügt sein.

Seitdem wir auf dem Erdwandlerhof die Beete in pfluglosem Verfahren mit Laub anlegten, wachsen bei uns leckere Parasolpilze (ein super Speisepilz) zwischen dem Gemüse und Erdbeerpflanzen. 

Coprinus comatus: Ein sehr markanter Pilz, den aber nicht alle Leute kennen. Wie ein Lingam schiebt er sich ab Juli aus den Wiesen heraus….wer ihn ernten will muss schnell sein. Der Pilz schiesst und löst sich schon bald wieder in schwarze Tinte auf; woher auch der Name kommt. Auch lagern kann man ihn nicht. Er ist ein sehr guter Speisepilz und Heilpilz zugleich. Mit der Tinte, in die sich der Hut verwandelt, kann man zum Schreiben brauchen (schau mal bei uns auf Instagram —den Link findest du unten).

Aussehen: Ein keulenförmiger, bis zu 20 cm grosser Pilz mit vielen Schuppen (dem eigentlichen Schopf) auf seinem Hut. Er hat Lamellen und kommt praktisch nie alleine vor. Die Lamellen sind weiss-rosa.

Geruch und Geschmack: Leicht pilzig, neutral, frisch

Anwendung: Auch der Schopftintling ist ein toller Heilpilz.  Er wirkt bei Diabetes Typ I und II, Hämorriden, Verstopfung, ist verdauungsfördernd, reduziert unkontrollierte Gewichtszunahme, Tumore (bei hormonabhängigen Krankheiten), Alzheimer, Stärkung des Immunsystems und ist antioxidativ. Speziell bei Diabetes hilft er mit seinen Pilz-Lektinen den Blutzucker für mehrere Stunden den Blutzucker senken kann. Er kommt bei uns leichterhitzt auf den Salat oder in Rohkostwraps und -pasteten. Viele Pilze sollten erhitzt werden, bevor sie gegessen werden!

Warnung: In Kombination mit Alkohol ist er giftig. Ich empfehle ihn nicht für Tinkturen!

Wo ich ihn finde und wie ich ihn verwende: Auf Wiesen, in Gärten und auf Pferdekoppeln finde ich ihn ziemlich häufig von Juli – Oktober. Sein leicht dreckiges Weiss leuchtet aus dem umgebenden Grün hervor. Weil er beim trocknen zerfliessen würde, brauche ich ihn innerhalb von wenigen Stunden oder friere die Hüte ein. Neben den oben erwähnten Gerichten habe ich seine Tinte auch schon führ Briefe oder Körperbemahlung verwendet.   

Der Wiesenchampignon ist ein echter Champion. Er ist nicht nur ein vorzüglicher Speisepilz sondern ebenfalls ein Heilpilz.

Aussehen: Er sieht dem Zuchtchampignon sehr ähnlich; hat einen weissen 5- 14cm breiten Hut. Die Huthaut ist über den Hutrand abziehbar und wird im Alter graubraun bis dreckig weisslich. Er hat leichte Schuppen auf dem Hut. Die Lamellen sind Fleischrosa und später braun. Sie sind frei. Der Stiel hat KEINE Knolle an der Basis!

Achtung: Der Wiesenchampignon kann für unerfahrene Pilzsucher*innen leicht mit sehr giftigen Pilzen, wie dem Knollenblätterpilz verwechselt werden….Nimm dir einen guten Pilzführer mit oder lass die Funde in einer Pilzkontrolle überprüfen!

Geschmack und Geruch: Pilzig, angenehm. Etwas aromatischer als der Zuchtchapignon (meinem Empfinden nach) aber niemals nach Karbol riechend.

Anwendung: Er wirkt antiviral, krebshemmend und antibiotisch. Die aktuellste Anwendung für die westliche Gesellschaft, ist sicherlichjene gegen Pathogene wie Helicobacter pyroli (auch der Zuchtchampignon soll diese Wirkung haben). Helicobacter, seine Ausbreitung und seine Wirkung auf uns, empfehle ich jedem mal zu googlen/duckduckgoen. Da ich mich seit 7 Jahren vollwertig vegan und seit 5 Jahren fast nur von Rohkost ernähre, habe ich und werde ich höchstwahrscheinlich nicht mit Krebs oder einer, von Helicobacter ausgelösten Krankheit in Berührung kommen. Auch Viren sind kein Problem mehr. Deshalb verwende ich ihn vor allem in der Küche.

Meine Fundorte: Auf Wiesen, Weiden und in unserem Pfluglosgewächshaus wächst der leckere Wicht.

Psilocybe-Arten

Auch von denen wachsen einige auf der Wiese. Laut den Maori und vielen anderen, traditionellen Heilern, können diese Pilze zur Heilung von psychischen Problemen eingesetzt werden. Ich habe aber noch keine Erfahrungen damit und empfehle eine holistische Aufstellung (siehe Angebot) bei uns…

Warum ist das so verdammt interessant?

Es gibt noch viele weitere Heilpilze (z.B. Judasohr und Igelstachelbart) in unseren Wäldern und auf den Wiesen. Es gibt Arten, die auf Weiden (den Bäumen) wachsen und ihre Salicylsäure absorbieren. Sie kommen dann in die Aspirinpilzpfanne! Andere Arten werden zur Zeit auf ihre Fähigkeit hin untersucht, menschliche DNA zu reparieren und so Erbkrankheiten zu heilen….ein gewaltiges Potential!

Ich liebe die unglaubliche Vielfalt und das, zum Teil noch nicht erforschte Potential heimischer Heilpilze. Egal ob du dich gegen Covid19 impfen lässt oder nicht, dich für eine Chemotherapie entscheidest, Insulin absetzen möchtest, an Helicobater leidest, deine Hämorieden loswerden möchtest, eine Hautkrankheit hast oder dein Immunsystem für die manigfaltigen Giftstoffe unserer, achso vortgeschrittenen Gesellschaft stärken möchtest; alles was wir brauchen, war schon da. Die passende Medizin wächst für jeden Menschen, der es braucht und mehr dazu wissen will. Heilpilze und Heilpflanzen sind wahre Geschenke aus der Apotheke Gottes.

Stellt ihr auch eure eigenen Heilmittel her? Welche Pilze mögt ihr am liebsten? Ich freue mich auf eure Kommentare am unteren Ende dieser Seite.

Wenn du selbst mehr zu wildem Gemüse, essbaren Bäumen, Heilpflanzen, Wildkräutern oder Heilpilzen in deiner Umgebung wissen möchtest, dann komm doch mit mir auf einen Spaziergang. Mehr Infos findest du hier:https://erdwandler.com/vortrage-kurse-weiterbildungen/

Ich habe unser Instagramprofil mit Pilzbildern geflutet: https://www.instagram.com/erdwandler/

Unser Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCFtyH5s2hpekI2X_SuHhwkg

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Quellen dieses Beitrages:

Alle Bilder: Joscha Boner

Preise für Lackporling in den USA: https://sites.google.com/site/highpricespaidforginseng/wild-ganoderma-applanatum

Eine tolle Online-Pilzdatenbank: https://www.123pilzsuche.de/daten/details/

Isokauppila Tero, Heilpilze von Reishi bis Cordyceps, 2019, Narayana Verlag, Kandern

Zunderschwamm: https://www.zunderschwamm.org/

Birkenporling: https://www.birkenporling.eu/

2 Kommentare zu „Heimische Heilpilze — und wie man sie findet

  1. Hoi Joscha,
    vielen Dank für den spannenden Beitrag. Habe soeben einen Ast gefunden mit dem goldgelben Zitterling. Benutzt du den auch?
    Falls du mal offene Kurse machst zu Heilpilzen, Kräutern oder eine Führung durch eure Permakulturanlage würde ich mich sehr gerne anmelden.
    Wünsche euch ein lichtvoll- freudiges Weihnachtsfest
    Herzlich Heidi

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    1. Den Zitterling kann man angeblich in die Suppe hineingeben und so dem ganzen etwas Konsistenz zu geben. Schau mal auf die Angeboteseite auf diesem Blog. Die Kurse des ersten halben Jahres sind schon unter Veranstaltungen (am unteren Ende der Seite) aufgeführt und werden noch genauer beschrieben….Dir ebenfalls einen guten Start ins Jahr

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